useful abilities

Schreibe einen Kommentar
Usability
Blogfoto Usability

Usability heisst Funktionalität

Wie kann die Konzeption einer Website, einer APP gelingen? „Usability“ lautet das Zauberwort. Doch was steckt hinter dem Begriff „Usability“? Er wird im Deutschen häufig mit „Benutzerfreundlichkeit“ übersetzt. Ausgehend vom englischen „to use“ (=benutzen, gebrauchen, verwenden) und „ability“(= Möglichkeit) bedeutet „Usability“ wörtlich, die „Möglichkeit, zu benutzen“. Websites ohne Usability sind also „nicht benutzbar“ und damit nutzlos. “Use the ability“ (= Nutze die Möglichkeit) als Handlungsaufforderung richtet den Fokus auf die Nutzergruppe als aktiv und sinnvoll Handelnde.

DIN EN ISO 9241

In Normen und Standards (z.B. EN ISO 9241) wird als Übersetzung von „usability“ der besser passende Begriff der Gebrauchstauglichkeit verwendet. Dieser meint die Notwendigkeit der Funktionalität, nicht nur eine mehr oder weniger freundliche, freiwillige Serviceorientierung.

Die Gebrauchstauglichkeit einer Software (= Dialogsystem) ist immer von ihrem Nutzungskontext abhängig, in dem sie eingesetzt wird. Konkret: Wer nutzt das Produkt/die Software? Welche Arbeitsaufgabe/n soll/en damit gelöst werden? Welche Arbeitsmittel (wie z.B. Hardware oder Software) stehen zur Verfügung? In welcher physischen und sozialen Umgebung wird das Produkt genutzt.

Drei Leitkriterien für die Gebrauchstauglichkeit einer Software

Manchmal sind wenige Stichpunkte mehr als umständliche, lange Listen. Teil 11 der ISO 9241 reichen drei Kriterien:
• Werden die Aufgaben der Nutzergruppe mit Hilfe der Software effektiv gelöst?
• Ist die Handhabung des Systems ist einfach, zielführend und schnell, und damit effizient?
• Ist die Nutzergruppe zufrieden mit der Software und nutzt diese gerne?

Eine kleine Geschichte vom Nutzer-zentrierten Design

Dr. David TravisBuchtitel: The fable of User-Centered Design bietet ein kleines ebook (pdf, 1,1MB) zum download mit dem Titel „The Fable of the User-Centered Designer“. Er wünscht sich, dass alle, welche dieses Büchlein gelesen haben, den Inhalt teilen. Es ist in leicht verständlichem Englisch geschrieben. Er erzählt und erklärt, wie Designer gebrauchstaugliche „User Interfaces“ gestalten können.

 

Sieben ist eine runde Zahl

Sieben „Grundsätze der Dialoggestaltung“ führen in Teil 110 der ISO 9241 die Leitkriterien weiter aus:
(„Dialogsystem“ meint hier allgemein eine Software. Die EN ISO 9241 lässt sich daher sehr gut auf interaktive Medien, wie Websites es ja sind, anwenden.)

1) Aufgabenangemessenheit oder: Welche Aufgabe will die Nutzergruppe lösen?
„Ein Dialog ist aufgabenangemessen, wenn er den Benutzer unterstützt, seine Arbeitsaufgabe effektiv und effizient zu erledigen.“ Die Funktionalität ist dem Inhalt angemessen. Es gibt keine unnötigen Interaktionen. (Bsp.: bei der Suche nach Hotels für eine Urlaubsreise werden nur die noch nicht ausgebuchten Hotels aufgelistet.)

2) Selbstbeschreibungsfähigkeit oder: Kann die Software ohne Gebrauchsanleitung benutzt werden?
Ein Dialog ist in dem Maße selbstbeschreibungsfähig, in dem für den Benutzer zu jeder Zeit offensichtlich ist, in welchem Dialog, an welcher Stelle er sich befindet, welche Handlungen unternommen werden können und wie diese ausgeführt werden können. Die Software funktioniert „selbst“-verständlich durch Orientierungshilfen bzw. Rückmeldungen.
(Bsp.: Links sind so formuliert, dass man sicher vorhersagen kann, wohin der Link führt).

3) Lernförderlichkeit oder: ist der Auftritt übersichtlich gestaltet.
„Ein Dialog ist lernförderlich, wenn er den Benutzer beim Erlernen des Dialogsystems unterstützt und anleitet.“
(Bsp.: Sitemap, „Guided Tour“, Avatare, z.B. mit live Chat)

4) Steuerbarkeit oder: Ist die Steuerung eines Dialogs durch den Benutzer immer gegeben?
„Ein Dialog ist steuerbar, wenn der Benutzer in der Lage ist, den Dialogablauf zu starten sowie seine Richtung und Geschwindigkeit zu beeinflussen, bis das Ziel erreicht ist.“(Bsp.: Sortierfunktion, vergrößerbare Thumbnails).

5) Erwartungskonformität oder: Fühlen sich die Benutzer auf unserer Seite sicher und geborgen ?
„Ein Dialog ist erwartungskonform, wenn er konsistent ist und den Merkmalen des Benutzers entspricht, z.B. seinen Kenntnissen aus dem Arbeitsgebiet, seiner Ausbildung und seiner Erfahrung sowie den allgemein anerkannten Konventionen.“
(Bsp.: Link zur Startseite=Firmenlogo, „Warenkorb“, blaue/unterstrichene Texte=Hyperlinks)

6) Individualisierbarkeit: Kann die Benutzergruppe die Software an ihre Bedürfnisse und Kenntnisse anpassen?
„Ein Dialog ist individualisierbar, wenn das Dialogsystem Anpassungen an die Erfordernisse der Arbeitsaufgabe sowie an die individuellen Fähigkeiten und Vorlieben des Benutzers zulässt.“ (Bsp.: Bestellinformationen werden gespeichert.)

7) Fehlertoleranz oder: Reagiert das System tolerant auf Fehler und ermöglicht eine leichte Fehlerkorrektur durch den Benutzer?
„Ein Dialog ist fehlertolerant, wenn das beabsichtigte Arbeitsergebnis trotz erkennbar fehlerhafter Eingaben entweder mit keinem oder mit minimalem Korrekturaufwand seitens des Benutzers erreicht werden kann.“ (Bsp.: Die Eingabe-Daten eines Formulars werden auf Plausibilität sowie fehlende oder unvollständige Eingabeneyetracking geprüft, bevor Sie abgesendet werden.)

Wie können Gestalter wissen, ob eine Software gebrauchstauglich ist?

Das können sie nur herausfinden, wenn sie „echte“ Benutzer als Testpersonen einsetzen. Sogenannte „Usability Tests“ sollten von Beginn an die Entwicklungsalternativen begleiten. Bevor die Seiten zeit- und kostenaufwändig gecoded werden, erstellt man „Papier-Prototypen“, „Wire Frames“ und später sogenannte „Klick-Dummies“ (z.B. interaktive pdfs) und führt zur Optimierung von Interaktionsprozessen Tests mit Versuchspersonen (den Nutzern) durch.

„Um Usability-Tests und letztlich mögliche Schwachstellen möglichst genau protokollieren zu können, werden verschiedene Formen der Aufzeichnung genutzt:

  • Ton- und Video- sowie Bildschirmaufzeichnung
  • Tracking-Software, um zum Beispiel Mausbewegungen, Mausklicks, Tastatureingaben und besuchte Webseiten (beim Web-Usability) des Benutzers aufzuzeichnen
  • Blickbewegungsregistrierung
  • Beobachtung

Nach dem Test werden alle Protokolle (Textprotokolle, Video, Blickbewegungsdaten) ausgewertet.“ (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Usability-Test  11.10.2015, 22:04). Diese Usability Tests können keine einmalige Angelegenheit sein. Sogenanntes „iteratives“ Vorgehen stellt die Aktualität unseres Auftritts für die Nutzergruppe immer wieder in Frage, führt Usability Tests und erhält und verbessert so die Gebrauchstauglichkeit als andauernden Optimierungsprozess.


Weitere Infos zum Thema:

http://usability-toolkit.de/

http://www.kommdesign.de  http://www.causause.de/wissen/usability-glossar.html

Berufsbild „Usability Consultant“ (Kurzinterview, Film) nach Beitrag „Usability Consultant“ scrollen

Ein etabliertes Büro: userfocus.co.uk

http://www.usability.de/leistungen/methoden.html

Link zu Eyetracking Erklär Film

 

Kommentar verfassen